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Was soll in den Umschulungen gelehrt werden?
von Helga Hilke | 5. Juli 2008
Dies ist eine Frage, die wir für die Umschulungen verantwortlichen Trainer uns immer wieder stellen. Die Inhalte müssen dem Berufsbild entsprechen. Die IHK-Prüfungen sollen erfolgreich absolviert werden. Die Umschüler sollen später in der Praxis einsatzfähig sein. Die Inhalte sollen durch eine unabhängige Stelle zertifiziert werden. Noch weitere Aspekte spielen eine Rolle. Es muss außerdem beachtet werden, dass Menschen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Vorkenntnissen eine solche Umschulung beginnen…
Ständig beobachten wir den Trend in der Wirtschaft. So werden unsere Maßnahmekonzeptionen, in denen die zu vermittelnden Inhalte ausführlich beschrieben sind, kontinuierlich aktualisiert.
Erst vor kurzem haben wir in den IT-Berufen die Konzeptionen gründlich überarbeitet. Dabei wurden natürlich auch die begründeten Meinungen unserer Umschüler beachtet. Hier nenne ich nur einige der Veränderungen:
- In jedem Beruf wird eine Microsoft-Zertifizierung ermöglicht.
- Den Unterricht in Textverarbeitung und Tabellenkalkulation haben wir gekürzt, weil wir davon ausgehen, dass die meisten Teilnehmer inzwischen bereits grundlegende Fähigkeiten im Umgang mit diesen Instrumenten haben.
- In den Fächern Grundlagen der Datenverarbeitung und Betriebssystem Windows wurde die Stundenzahl gekürzt und es wurden dennoch anspruchsvollere Inhalte aufgenommen.
- In der Webseitenentwicklung darf sich kein Dozent mit einfachem HTML begnügen. XHTML, CSS, Javascript und PHP (jeweils in der aktuellen Version) soll in allen IT-Berufen vermittelt werden.
- Bei den Fachinformatikern wurde die Stundenzahl für C / C++ erhöht. Damit werden zusätzliche Themen ermöglicht.
- Die technischen Fächer wurden auf den aktuellen Stand überprüft und verändert.
- Auch in den Wirtschaftslehrefächern wurden einige Veränderungen vorgenommen. Hier wurde jedoch nicht die Gesamtstundenzahl verkürzt – wie es einige Umschüler gern hätten. Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft keine „Fachidioten“, sondern Mitarbeiter braucht, die sich in den Gesamtgeschäftsprozess gut integrieren können.
Mit diesen überarbeiteten Konzeptionen wurden uns inzwischen die neuen Zertifikate überreicht. Außerdem wurden uns durch das Arbeitsamt und durch die IHK auf Basis der Zertifikate Genehmigungen für weitere Umschulungen erteilt.
Also dann: Auf ein Neues ab 18. August 2008 in den IT-Umschulungen bei Comhard!
Themen: Kursorganisation, Umschulung | 2 Kommentare »
11. Juli 2008 - 13:08
Das mit den Microsoftzertifizierungen ist so eine Sache. Wenn mit eine wirklich nur eine gemeint ist nutzt das wenig. Wirkliche positive Zusatzeffekte erzielt man nur mit mindestens MCSA oder MCSE. Mein subjektiver Eindruck ist: darunter wird das ganze von der Wirtschaft nicht beachtet.
Für wichtig würde ich in Zusammenhang mit PHP noch eine Einführung in JavaScript bzw. Ajax finden; gerade beschäftige ich mich eben im Praktikum damit und wenn man sich mal umsieht zB bei den Google Apps oder Adobe mit Buzzword dann sieht man wohin die Reise geht: Internet und Desktopanwendungen vermischen sich so dass man fast nicht mehr merkt wo man sich eigentlich befindet. Java wird zB hier gar nicht gefordert.
11. Juli 2008 - 20:17
Hallo Herr Polze,
für Ihre Hinweise bedanke ich mich sehr herzlich.
Zunächst zum Thema Herstellerzertifizierung: ich stimme Ihnen zu, dass es ganz sicher vorteilhaft ist, wenn man mehrere Zertifizierungen nachweisen kann. Für jede der dafür erforderlichen Prüfungen benötigt man viel Vorbereitungszeit. Diese Zeit ist jedoch während der Umschulung nicht vorhanden. Sie selbst haben ja die Stofffülle kennen gelernt. So haben wir uns gesagt, dass wir eine Zertifizierung ermöglichen. Eine Zertifizierung ist besser als keine. Sollte später eine Festanstellung nur deshalb nicht vorgenommen werden, weil eine spezielle Zertifizierung erforderlich ist, so gibt es die Möglichkeit, ein Training für diesen Zweck aufzunehmen. Unsere Frau Rosenthal berät in jedem einzelnen Fall.
Sie haben auch recht zum Thema Javascript und Ajax. Auch wir haben die Thematik so diskutiert. So heißt ein Fach in den IT-Berufen in Zukunft „Dynamische Webseitengestaltung mit XHTML, CSS, Javascript und PHP“. Ihre Meinung, dass Java gar nicht mehr gefordert wird, kann ich nicht bestätigen.
Übrigens gab es vorgestern einen neuen Vorschlag eines Kursteilnehmers. Er sieht bei Anwendungsentwicklern Zeitreserven in der Raffung des Hardwareunterrichts und der Labortätigkeit. Sicher sind die Meinungen dazu unterschiedlich.