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DVK01 – die erste Klasse von Comhard im IT-Bereich

von Helga Hilke | 7. August 2008

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DVK01
DVK01
Da unser Blog auch für ehemalige Teilnehmer eine Gesprächsplattform sein soll, will ich heute über eine frühere Klasse berichten, über die es sehr viel zu erzählen gibt.

Immerhin hat die DVK01 das Profil von Comhard und auch mein Leben erheblich verändert.

Wie kam es zu dieser Klasse?

Ab 1. August 1997 durfte in den neuen IT-Berufen ausgebildet werden. Comhard wollte ganz aktuell in den neuen IT-Berufen eine Umschulung anbieten. Geeignete Kursteilnehmer gab es genug. Nur: die zuständigen Stellen bewilligten im August 1997 noch keine Umschulungen für die IT-Berufe. Die neuen Berufe sollten sich zunächst in den Unternehmen etablieren. Es wurde von den zuständigen Stellen eine Umschulung zum Datenverarbeitungskaufmann vorgeschlagen. Dies ist jedoch der Beruf, der durch die neuen IT-Berufe abgelöst werden sollte… Da genügend Teilnehmer im Computerbereich eine Umschulung aufnehmen wollten, begann im Sommer 1997 bei Comhard die erste und einzige Klasse „Datenverarbeitungskaufmann“.

Was war spezifisch für diesen Beruf?

Die Technik war in diesem Beruf noch wenig zu betrachten. Dafür gab es neben den kaufmännischen Inhalten umfassende Anforderungen an die Programmierung kaufmännischer Anwendungen. Die Programmierkenntnisse mussten in einer 5-stündigen Fertigkeitsprüfung nachgewiesen werden: In drei Stunden waren hauptsächlich umfangreiche Struktogramme oder Programmablaufpläne zu erarbeiten. In zwei Stunden waren vorgegebene Struktogramme und Datensatzbeschreibungen zu codieren. Aus meiner Sicht war diese Prüfung tiefgründiger und damit schwieriger als die Prüfungen heutzutage auf dem Gebiet der Programmierung in den IT-Berufen. Allerdings spielte die Objektorientierung nur eine untergeordnete Rolle. An der IHK Berlin erfolgte die Codierungsprüfung in der Programmiersprache COBOL. Somit musste natürlich COBOL unterrichtet werden. Trainer dafür gab es wenige.

Wie kam es zu meinem Einsatz in der Klasse?

DVK01
DVK01
Comhard suchte einen Trainer und erfuhr dabei von meiner Existenz. Immerhin befähigte ich seit 1991 zukünftige DV-Kaufleute zur Programmierung. Der damalige Schulleiter von Comhard rief mich auf meiner Arbeitsstelle an. Es war ein günstiger Zeitpunkt! Alle Kollegen des Bildungsträgers, bei dem ich damals beschäftigt war, hatten bereits ihre Kündigung erhalten, weil dieser Standort geschlossen werden sollte. Die DVK01 musste sich nun nur noch gedulden, bis ich tatsächlich zur Verfügung stand.

Wie war der Unterricht in dieser Klasse?

Am 21.08.1998 fuhr ich erstmals aus dem 100 km entfernten Schwedt zum Unterricht nach Berlin. Der Unterricht fand damals im Mauritiuskirchcenter statt. Ich weiß heute noch wie mein Herz klopfte: Ist es ein seriöser Arbeitgeber? Wird die Klasse mich annehmen (mir wurde gesagt, dass ich es mit einer sehr kritischen Klasse zu tun haben werde)? Werde ich die weite Strecke zur Arbeit schadlos bewältigen können?

DVK01
DVK01
Meinen ersten Tag (und alle weiteren Tage) mit der DVK01 kann ich als durchaus gelungen bezeichnen. Vor mir saßen 24 hoch motivierte, meist sehr intelligente Personen beiderlei Geschlechts. Sie nahmen alles, was ich vermittelte, interessiert auf. Insbesondere bei den Struktogrammübungen zum Thema „Mehrfacher Gruppenwechsel“ oder „Verarbeitung dreidimensionaler strukturierter Arrays (Tabellenverarbeitung)“ rauchten ihnen ganz schön die Köpfe! Ich denke heute noch gern an die wunderbare konstruktive Mitarbeit. Der Unterricht in dieser Klasse bereitete (nicht nur) mir sehr viel Spaß.

Was wurde aus ihnen?
1999 wurde die Prüfung abgelegt. Mit einigen von ihnen tausche ich heute noch gelegentlich Mails aus.

  • Einige von ihnen wurden in Unternehmen eingestellt, die mit COBOL arbeiteten und Unterstützung bei der Bewältigung des Jahr-2000-Problems benötigten. Es ist nicht bekannt, ob sie dort noch immer arbeiten.
  • Frau E. zog nach Süddeutschland und arbeitet dort in einem Versicherungsunternehmen. Sie ist jetzt Mutter von zwei Kindern.
  • Herr F. zog in die Pfalz und arbeitet im Organisationsbereich eines öffentlichen Versicherungsträgers. Zurzeit führt er ein neues Computersystem ein.
  • Frau G. programmiert in einem Softwareunternehmen.
  • Frau H. programmiert in einer Webagentur.
  • Herr K. betreut in einem Unternehmen die IT-Systeme.
  • Herr M. betreut die Computersysteme einer namhaften Bank.
  • Herr P. arbeitet in einem Systemhaus.
  • Frau W. – eine Mutter von 4 Kindern – hat ein eigenes IT-Serviceunternehmen geschaffen.

Vielleicht lesen ja einige Ehemalige der DVK01 diesen Artikel und schreiben in einem Kommentar (oder in einer Mail), was aus ihnen geworden ist.

Themen: Ehemalige | 4 Kommentare »

4 Kommentare zu “DVK01 – die erste Klasse von Comhard im IT-Bereich”

  1. Jens PolzeNo Gravatar schrieb am:
    7. August 2008 - 11:13

    Ob nun tiefgründiger oder schwieriger- das kann ich nicht beurteilen. Ich persönlich finde die jetzige Art und Weise der (praktischen) Prüfung mit seinem Dokumentationswahn schon frustrierend und durchaus schwierig, zumal diese ganze Dokumentation zwar objektive Bewertungskriterien erfüllen muss, diese Erfüllung aber subjektiv gewertet wird. Schon allein die veranschlagte Zeit von 10% des Projektzeitbedarfs (also um die 7h) ist in meinen Augen ziemlich Realitätsfremd, für den Aufwand der dort betrieben werden muss. Insofern mag die programmiertechnische Seite der Prüfung durchaus schwieriger gewesen sein, aber man hat ja auch keine Zeit, anspruchsvollere Programmierprojekte in Angriff zu nehmen.

  2. Helga HilkeNo Gravatar schrieb am:
    7. August 2008 - 13:01

    Eine grundsätzliche Einschätzung, welche Prüfung der beiden Berufe schwieriger ist, ist nicht möglich. Damals gab es keine Projektarbeit. Zu einem vorgegebenen Termin wurden die Prüflinge für 5 Stunden an einen Prüfungsort geladen, an dem sie Aufgaben erhielten, die sie vorher nicht kannten. Vor Ort mussten Programmierleistungen mit hohem Anspruch erledigt werden. Wenn überhaupt – so kann man diese Prüfung mit Ihrer schriftlichen Prüfung, Teil GA1 vergleichen. Da Sie in 90 Minuten 4 (oder 5) Aufgaben zu erledigen haben, können diese Aufgaben nicht so tiefgründig sein.

    Unbestritten ist Ihr Aufwand für die praktische Prüfung, die es früher nicht gab. Sie sollen damit nachweisen, ob Sie in der Praxis berufstypische Aufgaben realisieren können. Da aus Zeitgründen keinem Prüfer zugemutet werden kann, Ihr Prüfungsprojekt vor Ort während der 70 Stunden zu beobachten, bleibt nur die Möglichkeit der Dokumentation. Sie müssen einfach den Ablauf Ihres Projektes handlungsorientiert so darstellen, dass ein Fremder – der Prüfer – Ihre Leistungen aus der Dokumentation herauslesen kann. Da Sie Ihren Projektablauf handlungsorientiert darstellen sollen, werden Sie dies begleitend während Ihrer Projektbearbeitung vornehmen. Dieser Zeitaufwand wird nicht explizit in Ihrer Zeitplanung erwähnt. Deshalb sollen in die Zeitplanung maximal 15 ;-) Prozent (siehe Leitfaden auf der IHK-Berlin-Website) für die Erstellung des Projektberichtes einfließen. Die restliche Zeit zur Aufbereitung des Berichtes für die Abschlussprüfung wird nicht in die 70 Stunden eingerechnet. Die Vorbereitung der Präsentation gehört ebenso wenig zur Projektbearbeitungszeit. Bedenken Sie einfach: alles was Sie nicht beschreiben, kann der Prüfer nicht wissen. Also kann er dafür auch keine Punkte vergeben. Alles was Sie unklar beschreiben führt zu Punktabzug. Fragen Sie vorher einfach mal kompetente Personen, aber auch Oma, Opa und andere, ob sie alles verstehen, was Sie beschrieben haben. Ich bin optimistisch, dass Sie das packen ! ;-)

  3. Georg KaltenbergNo Gravatar schrieb am:
    3. August 2009 - 13:34

    Ja, ich gehörte zu der DVK01.
    In der Tat, war das eine der motiviertesten Klassen, in denen ich mitgewirkt habe.
    Wir wurden, da die damals 4 neuen IT-Berufe noch nicht als “normale Ausbildungsgänge” von der IHK geprüft wurden, als Datenverarbeitungskaufleute geprüft. Dennoch befassten wir uns privat und auch im Unterricht mit allen Neuerungen auf dem Sektor EDV. Es lief ein regelrechter Wettbewerb: wer weiss mehr!
    Da wir nicht wussten, wie unsere IHK-Prüfung aussehen würde, befassten wir uns mit ALLEM, was uns angeboten wurde. Wir sorgten sogar dafür, dass unfähige Dozenten ausgetauscht wurden. So gerieten wir an Frau Hilke, mit der wir eine tolle Zusammenarbeit und Prüfungsvorbereitung durchlebten. Nochmals Danke für Ihr Engagement !
    Nun arbeite ich schon langjährig in einem mittelständigen Unternehmen als IT-Leitung und fühle mich sehr wohl. (www.treberhilfe.de)
    Ich bedanke mich nochmals bei allen Personen, die mich dabei unterstützt haben. Auch das Arbeitsamt sei hier erwähnt, das nach einem Petitionsschreiben an den Bundestag sich bereit erklärt hat, meine Umschulung zu finanzieren und daraufhin sehr freundlich war. Bis dato hatte ich die Schulung durch Eigenmittel finanziert.

    Würde mich freuen auch von anderen etwas zu erfahren. War eine tolle Zeit.

  4. Vor 10 Jahren gab es die DVK01 | Comhard | Blog schrieb am:
    7. Mai 2011 - 22:37

    [...] TeilnehmerIn | 3. August 2009 Ja, ich gehörte zu der DVK01. In der Tat, war das eine der motiviertesten Klassen, in denen ich mitgewirkt habe. Wir wurden, da [...]

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