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Die Prüfungsvorbereitung für die IT-Berufler beginnt
von Helga Hilke | 17. April 2009
Die Nachosterwoche ist fast schon wieder vorüber. Während die FI18 sich planmäßig eine Woche Pause gönnt, ist die FI16 nach dem ersten Teil des Praktikums zu uns zurückgekommen. Die Umschüler der FI16 und die Azubis bereiten sich jetzt planmäßig auf die Prüfung vor. Der gesamte bisher behandelte Stoff (und das ist nicht wenig!) wird jetzt im Schnelldurchlauf wiederholt.
Bei der Wiederholung unterstützen wir unsere Kursanten bestmöglich. So erhielten sie von mir zu jedem Thema einen Fragenkatalog. Wenn die Fragen unter Nutzung der Unterrichtsmaterialien beantwortet werden, dann sollte zur Prüfung eigentlich nichts mehr schief gehen. Natürlich kann für Wiederholungszwecke auch unsere hausinterne Lernplattform genutzt werden. Zusätzlich bieten wir noch viele Übungsaufgaben zur Lösung an, die dann gemeinsam ausgewertet werden. Dabei werden natürlich auch Tipps für die Lösung der Aufgaben gegeben. Da bis zur schriftlichen Prüfung noch einige Wochen Zeit sind und alle zur Prüfung viele Punkte erreichen wollen, wird jeder die angebotenen Möglichkeiten ausreichend nutzen.
Gleich die erste Woche ist (war) voll gepackt: Hardware von PC-Systemen, LAN, Englisch, Rechtskunde und natürlich das weite Gebiet der Anwendungsentwicklung stehen auf dem Plan. Aus der Thematik Anwendungsentwicklung befassten wir uns zunächst mit der Projektplanung und Projektdurchführung sowie mit der Datenmodellierung. Die Teilnehmer erstellten außerdem Struktogramme zum Thema Verzweigungen und Schleifen, fertigten Entscheidungstabellen an und erzeugten ereignisgesteuerte Prozessketten und Vorgangkettendiagramme. Dabei stellten viele fest, dass sie ihre Wissenslücken noch nicht komplett geschlossen haben. Sicher nutzen sie auch das Wochenende, um ihr Gedächtnis wieder aufzufrischen.
Nachfolgend sehen Sie einen Auszug aus dem Fragenkatalog zu den Themen Projektvorbereitung und Projektdurchführung:
Welche Merkmale kennzeichnen ein Projekt?
Welche Fähigkeiten muss ein Projektleiter haben?
Zählen Sie geeignete Techniken zur Istaufnahme auf!
Welche Dokumentationstechniken werden häufig benutzt?
Warum sollte immer eine Istanalyse ausgeführt werden?
Wozu muss bei der Istanalyse ein Mengengerüst erfasst werden?
Wie erstellt man einen Netzplan?
Wozu dienen Lastenhefte und Pflichtenhefte? Nennen Sie Inhalte.
Nennen Sie Punkte, die ein Vertrag zur Anfertigung von Software enthalten sollte.
Lassen sich quantifizierbare Vorteile eines Computersystems stets auch monetär bewerten?
Wozu dienen Multifaktorenmethoden? Wie wird eine Multifaktorenanalyse durchgeführt?
Wozu kann die Nutzwertanalyse bei der Auswahl von Standardsoftware dienen? Wie wird sie durchgeführt?
Nennen Sie mindestens drei Kriterien der Softwarequalität und erläutern Sie diese drei Kriterien beispielhaft anhand eines Programms zur Inventarerfassung!
Nennen Sie Beispiele für Maßnahmen, die im Rahmen der Qualitätssicherung von Software durchzuführen sind.
Die Prozesszertifizierung gewinnt auch bei der Softwareentwicklung zunehmend an Bedeutung. Beschreiben Sie, auf welcher Normenreihe der Zertifizierungsprozess basiert und in welchen Phasen der Zertifizierungsprozess abläuft!
Worauf kann sich die Zertifizierung von Software beziehen?
Welche Einführungsarten gibt es? Wann wird welche Methode eingesetzt?
Erläutern Sie die Unterschiede zwischen einem Black-Box-Test und dem White-Box-Test
Themen: Prüfung, Umschulung | 4 Kommentare »
21. April 2009 - 08:37
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin über das Internet und die Comhard-Website auf den Blog aufmerksam geworden und stehe vor der Entscheidung zwischen kurzfristiger Qualifikation (Zertifikate erwerben) oder einer Umschulung.
Ich bin mir unsicher, was ich nun tun soll, da ich auch nicht den derzeitigen Trend auf dem IT-Arbeitsmarkt einschätzen kann.
Können Sie mir Ihre Erfahrungen mitteilen, wie derzeit die Einstiegschancen auf dem IT-Markt sind und was von der Seite der Arbeitgeber nachgefragt wird?
Herzlichen Dank,
B.Pardow
21. April 2009 - 20:57
Sehr geehrter Herr Pardow,
gern will ich einige Gedanken äußern, um Ihre Entscheidung für einen Bildungsweg zu erleichtern.
Sollte es Ihnen möglich sein, durch eine Weiterbildung eine Arbeitsstelle zu erhalten, dann empfehle ich, sich auf eine solche zu konzentrieren. Eine Umschulung sollten Sie nur ins Visier nehmen,
Wenn Sie sich umschulen lassen, gelten Sie am Ende als Berufsanfänger. Berufserfahrung erlangen Sie erst nach mehrjähriger Tätigkeit. Insofern ist der Umschüler nach zwei Jahren Ausbildung nicht der alles könnende Experte, den viele Unternehmen mittels einer Anzeige suchen.
Entsprechend unserer Arbeitsmarktanalysen haben diejenigen die größten Chancen, die sowohl gut programmieren können, die IT-Systeme planen und betreuen können, die wirtschaftlich denken und deren kommunikative Kompetenz sehr gut ausgeprägt ist. Der überwiegende Bedarf besteht auf dem Gebiet der Softwareentwicklung. Immer mehr Alltagstätigkeiten und auch wissenschaftliches Denken werden von IT-Systemen übernommen. Dafür wird immer wieder neue Software benötigt. Vorhandene Software muss an aktuelle Bedürfnisse angepasst, verbessert oder korrigiert werden. Etwa 70 % des Entwicklerpersonals werden zur Wartung von Programmen eingesetzt.
Neben den formalen Voraussetzungen für eine Umschulung sollten Sie unbedingt beachten, dass Sie das Ausbildungsziel nur mit Ausdauer, immensem Fleiß und gründlichem Lernen erreichen können. Wenn Sie jedoch einen solchen Beruf zielgerichtet erlernen und dann an einer Arbeitsstelle Ihr Basiswissen einsetzen, dann wird man Ihnen nach einiger Zeit sicher auch verantwortungsvolle Aufgaben übertragen.
An dieser Stelle kann ich nur allgemeine Aspekte betrachten. All Ihre persönlichen Voraussetzungen, Vorhaben und Möglichkeiten können Sie gern nach Terminvereinbarung in einem unverbindlichen Gespräch mit unserem Teamleiter Bildung, Herrn Tesch, erörtern. Selbstverständlich dürfen Sie auch mir oder anderen Mitarbeitern weitere Fragen im Blog oder per E-Mail stellen.
Eine schnelle Klarheit über ein konkretes Bildungsziel wünscht Ihnen
Helga Hilke
27. April 2009 - 08:52
Guten Tag Frau Hilke,
vielen Dank für die “kleine Beratung”. Ich muss zugeben, das Thema mit dem Berufsanfänger ist ein interessanter Aspekt. Das IHK-Zertifikat in den Händen ist ja nur die erste formale Hürde beim Weg in den Beruf.
Ich denke für mich sind dann wohl eher kurzfristigere Themen geeignet, die ich dann auch am ehesten erfolgreich durchstehen kann.
Letzte Frage an Sie: Ich habe die Zertifikateausbildung Microsoft und Linux bei Ihnen gesehen. Gibt es auch anerkannte Abschlüsse im Bereich Programmierung, was nicht eine komplette Umschulung ist???
Danke für eine Antwort,
B.Pardow
5. Mai 2009 - 08:40
Guten Tag Herr Pardow,
wie Sie bereits bemerkten, werden bei uns mehrere Microsoft- und Linux-Zertifizierungsmöglichkeiten für Administratoren angeboten. Außerdem gibt es Ausbildungen, die zur Zertifikaterteilung für Anwender führen (z. B. Microsoft Certified Application Specialist, SAP-Anwenderzertifizierung). Nach einem Lehrgang in Wirtschaftsenglisch kann man das Zertifikat Englisch for Business (LCCI) erwerben.
Eine von Ihnen gewünschte Fortbildung und Zertifizierung für Programmierer ist gegenwärtig in unserem Programm nicht enthalten und auch für das kommende Jahr noch nicht in den geplanten Kursen vorgesehen. Sollte auf diesem Gebiet erhöhter Bedarf erkannt werden, können unsere Programmiertrainer auch eine solche Ausbildung übernehmen.
Viel Erfolg für Ihre berufliche Wiedereingliederung wünscht Ihnen
Helga Hilke