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Schöner Advent 2010

von Manuela Winterstein | 1. Dezember 2010

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1. Dezember 2010
Heute ist der Erste, das Fest ist noch weit –
ich mach´s mir gemütlich, ich hab´ ja noch Zeit.

Am Zweiten brennen im Haus überall Kerzen
und mir geht´s bestimmt schlecht von den vielen Lebkuchenherzen.

Zum Weihnachtsmarkt geh´ ich am Dritten und trinke viel Glühwein
das bringt mir am Samstag, den Vierten, sicher einen Tag im Bett ein.

Am Fünften ist schon der zweite Advent,
bis dahin habe ich garantiert die Nikolausgeschenke verpennt.

Die Stiefel stehen am Sechsten gewienert und blank vor der Tür,
was leg´ ich dann bloß rein – ich kann doch nichts dafür?
Nüsse und Obst hätte ich ja –
ich schreib´ zum Abendessen einen Gutschein und alles ist klar!

Am Siebenten und Achten würde ich etwas entspannen,
gehe einfach nur bummeln und halte Ausschau nach Tannen.
Kaufen werde ich noch keine, denn bis zum Fest sind´s noch zwei Wochen
und außerdem hat mein Mann den Baumkauf versprochen!

Schlittschuhlaufen wäre fein, am Neunten plane ich das ein!

Entenessen mit Freunden habe ich am Zehnten im Outlook gesehen,
ich freue mich schon, da müssen wir unbedingt hingehen.

Endlich Wochenende, nun muss es sein, also am Elften in´s erste Kaufhaus rein.
Ich werde nicht glauben, was ich dort seh´,
mich treten die Massen – autsch – auf den Zeh.
Menschen über Menschen, alle jammern, sie hätten keine Knete –
ich werd´ schier verrückt – muss raus, oder verblöde!

Nun ist schon der Zwölfte, was – schon der dritte Advent –
das kann doch nicht stimmen, da hat doch einer gepennt?

Am Dreizehnten müsste ich auf dem Weihnachtsmarkt endlich Geschenke finden,
der Vorsatz ist gut, ich kann ihn bestimmt nur im Punsch ertrinken.

Am Vierzehnten steigt die Weihnachtsfeier für alle Mitarbeiter,
König Comhard gibt sich Mühe, das wird heiter!

Sturm und Schnee schickt am Fünfzehnten keinen Hund vor die Tür,
tja – da kann auch ich kleines Licht nichts dafür!

Der Sechzehnte bringt noch mehr Kälte und Schnee,
ich bete langsam um eine gute Fee.

Am Siebzehnten kommen unsere Enkel zu Besuch,
gleich übers Wochenende – ein Segen – oder ein Fluch?

Also werden wir am Achzehnten wenigstens Plätzchen backen,
die Kinder wird es freuen und ich kann einen Punkt auf meiner Liste abhaken.
Weihnachtsgeschichten werden wir vorlesen und viel lachen –
doch heimlich muss ich mir schreckliche Gedanken machen.

Vierter Advent, den Neunzehnten werde ich nicht vermissen –
denn mein Mann wird es wieder schaffen, sich vorm Shoppen zu verpissen!!!
Die Kaufhäuser sind bestimmt menschenübervoll und die Regale fast leer,
ich denke, wir fliegen Weihnachten ans Rote Meer.
Seit September gab es nun schon zu kaufen die Printen
nur kann ich nun nirgends mehr welche finden.

Am Zwanzigsten habe ich einen Arzttermin,
den kann ich beim besten Willen nicht verschieb’n.

Bestelle ich am Einundzwanzigsten über Katalog? – ich bin am Ende -
oder warte ich weiter auf die große Wende?

Zweiundzwanzigster – jetzt reicht´s –
mein Mann bekommt einen Einkaufszettel,
ich weiß –
ich bin eine miese Vettel.
Den Baum, den soll er auch gleich besorgen –
schon bin ich los die größten Sorgen.

Zum Fest will ich schön sein, das sage ich Euch,
also Kosmetik, Pediküre und all so´n Zeuch.
Dies steht am Dreiundzwanzigsten auf meinem Plan
und wehe dem, da rüttelt einer dran!

Am Vierundzwanzigsten ist es dann soweit,
ich schmücke den Baum und mein Mann ist breit.
Er ist unterwegs und besorgt Gutscheine für alle,
ich geb´ ihm eine Liste, womit man tapezieren kann eine Halle.
Er muss zu Popkens, zu Douglas, fährt zum Baumarkt und zu Kölle,
ich schiebe in Ruhe die Gans in den Ofen und er hat dann die Hölle.

Hab´ ich nicht alles gut geplant?
Ich bin doch ein Genie!
Noch am Ersten dachte ich,
das schaffst du doch im Leben nie.
Ich habe daraus eins gelernt,
man kann auch delegieren –
ich sollte dies nur öfter mal im Leben ausprobieren!

Manuela Winterstein
Beratung und Organisation
Bereich Bildung

Themen: Tipps für Weihnachten | 6 Kommentare »

6 Kommentare zu “Schöner Advent 2010”

  1. Kristin LauterbachNo Gravatar schrieb am:
    1. Dezember 2010 - 10:54

    Super Plan! Vor allem die Idee, die Aufgabe des Geschenkekaufs abzugeben, werde ich sorgfältig auf Umsetzung prüfen :)

  2. Henry KorschNo Gravatar schrieb am:
    1. Dezember 2010 - 12:46

    Tolles Gedicht und es spricht mir aus dem Herzen. Weihnachten kommt jedes Jahr so überraschend und es könnte ja auch mal ruhig jemand ein Zeichen geben.

  3. Melanie GüntherNo Gravatar schrieb am:
    1. Dezember 2010 - 14:27

    Ich glaube, dass diese Idee bei mir leider scheitern wird. Allerdings kaufe ich gerne individuelle, spontane und kreative Geschenke für meine Lieben und möchte diese Aufgabe ungern abgeben!

    Ebenso ungern würde ich die Wahl des Weihnachtsliedes, welches vorgetragen werden muss, bevor es vom netten Herrn Weihnachtsmann Geschenke gibt, abgeben wollen. Ich werde abwarten müssen, ob mir Herr Tesch noch ein paar gute Tipps für mein Gitarrespiel geben kann ;) .

    Ich wünsche Ihnen, Frau Winterstein, sehr viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung ihrer Pläne/ Aktivitäten und noch ein paar kreative Stunden, die Ihnen die Weihnachtszeit versüßen!

  4. WerderNo Gravatar schrieb am:
    2. Dezember 2010 - 13:25

    Zu diesem Thema habe ich noch ein besinnliches Schneeflockenlied:

    Schneeflöckchen, Weißröckchen
    jetzt kommst du geschneit.
    Die S-Bahn bleibt stecken,
    der Weg ist jetzt weit.

    Komm setz dich aufs Auto,
    du lieblicher Stern,
    wir enteisen am Morgen,
    das machen wir gern.

    Schneeflöckchen, nun liegst du
    in glitzernder Schicht,
    das wussten wir vorher,
    vom Wetterbericht.

    Schneeflöckchen, bedenke,
    die Menschen sind dumm.
    sie meckern im Winter
    am Schneefall herum.

    Schneeflöckchen, bleib liegen,
    friert mir auch der Zeh,
    denn am Heiligen Abend,
    da mögen wir Schnee.

    Diese hervorragende Lyric stammt von der Frau Werder

  5. Kathrin FalkNo Gravatar schrieb am:
    3. Dezember 2010 - 12:16

    Das Gedicht ist wirklich so herrlich realistisch, es findet definitiv den Weg unter meinen Weihnachtsbaum und wird die ganze Familie erfreuen. Vielen Dank!
    Ich wünsche Dir liebe Manuela und natürlich allen anderen trotz der ganzen Hektik eine wunderschöne Vorweihnachtszeit!

  6. Manuela WintersteinNo Gravatar schrieb am:
    3. Dezember 2010 - 15:30

    Ich danke für die Kommentare zu meinem Gedicht. Man sollte nicht vergessen, es gibt die dichterische Freiheit und aus diesem Grunde – nehmt nicht alles für bare Münze!
    Übrigens ist ein Vers aus diesem Gedicht aus der Feder von Herrn Tesch, und zwar für den 19. Dezember. Da kann man mal sehen, wie die Männer ticken.
    Ich wünsche allen Bloglesern einen schönen zweiten Advent.

Kommentare: