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Im Advent überlegen, welche Geschenke Kinder erhalten
von Hristomir Hristov | 8. Dezember 2010

Weihnachten. Leuchtende Kinderaugen. Es ist eine schöne Vorstellung! Aber nur dann, wenn die leuchtenden Augen nicht ein Ergebnis des langen Starrens in irgendeinen Bildschirm sind.
Soll ich meinem Kind wirklich einen Computer schenken oder doch lieber etwas „Klassisches“-z. B. Lego oder ein Brettspiel? Vor so einer Überlegung stehen irgendwann sicherlich alle Eltern. Einerseits ist es gut, etwas zu schenken, das die Motorik und Kreativität schult sowie die Phantasie anregt. Anderseits gehört jetzt der Computer zu den modernen Medien, mit denen unsere Kinder groß werden – für sie gehört das nun mal zum Alltag…
Früher oder später gebe ich mich vielleicht geschlagen und halb freiwillig werde ich mich dann doch für einen Computer entscheiden? Jetzt stellt sich die Frage: was für einen? Gehe ich davon aus, dass der Hauptverwendungsschwerpunkt beim Spielen liegt, dann bietet sich schon als (günstigere) Alternative eine Spielkonsole – von XBOX, Nintendo oder Playstation an. Die sind „by design“ zum Spielen ausgelegt, da gibt es unzähliges Zubehör zum Hüpfen, Tanzen, Rennfahren, Schießen und Kämpfen. Man muss ja nur ab und zu mit dem Kauf eines neuen Spieles (und die sind nicht besonders preiswert) zur Abwechslung sorgen.
Mein Kind wird aber irgendwann älter und weiß, dass man mit einem Computer nicht nur spielen kann, sondern z. B. auch „beim WWW gucken kann“. Weil das mit einer Spielkonsole nur begrenzt möglich ist, steht spätestens dann der Kauf eines „echten“ Computers an der Tagesordnung. Das soll natürlich kein 0815-Office-Rechner sein, sondern eine leistungsstarke Station, wo sich das Kind virtuell unter Spielen, mp3s, Videos usw. austoben kann. Und was mache ich dann mit dem Zeit-Killer Internet? Stundenlanges Chatten mit Freunden, mit denen man gerade bis vor kurzem in der Schule war? Auch weiß ich, dass nicht alle Inhalte im Internet wertvoll und pädagogisch geeignet für mein Kind sind. Was mache ich dann? Wenn ich ganz böse bin, kann ich die Kindersicherung auf dem DSL-Router aktivieren. Dort kann man einen Zeitplan einstellen, wann das Internet aktiv sein soll und wann die Hausaufgabenzeit ist. Eine andere Schutzmaßnahme wäre der Einsatz eines Web-Content Filters. Hinter diesem komplizierten Namen verbirgt sich ein Programm, das den Zugriff auf bestimmte ungewünschte Webseiten nach Kategorien blockiert (z. B „Time for Kids“). Auch der gute alte Internet Explorer hat einen Ansatz einer solchen Funktion (Inhaltsratgeber), aber das kann man mit der Verwendung eines alternativen Browsers relativ leicht umgehen. Also schenke ich doch lieber etwas anderes?
Letztendlich bringt mir das stärkste Argument gegen einen Computer als Weihnachtsgeschenk Klarheit: wie soll er denn überhaupt unter den Weihnachtsbaum passen?
Hristomir Hristov
Systemadministrator
Themen: Tipps für Weihnachten | 2 Kommentare »
8. Dezember 2010 - 14:28
Dazu habe ich jahrelange Erfahrungen mit den Kids aus meiner Familie, deswegen kann ich Sie heute beunruhigen. Es wird alles benötigt, egal ob Playstation oder Gamer PC.
Wichtig ist nur, dass die Kids lernen, dass es einen „Aus-Knopf“ gibt. Erlernen sie das nicht, dann sprechen die Psychologen von: „Medienverwahrlosung“.
Hierzu erinnere ich mich an ein Weihnachtsfest im Kreis der Familie – diese Geschichte ist nicht erfunden, das ist im Jahr 2008 wirklich passiert:
Der Strom fiel aus, plötzlich war alles dunkel. Die Frau des Hauses dachte an ihren Tiefkühlschrank, ihr Gatte an den Fernseher und der Sohn an sein laufendes PC-Spiel. Kerzen mussten gesucht und angezündet werden. Nachbarn wurden per Handy angerufen: „Habt ihr noch Platz im Tiefkühler? Hat irgendjemand beim Energieversorger angerufen?“
Nun saßen wir im Kerzenschein und ich fragte: „Habt ihr Würfel und einen Würfelbecher, dann könnten wir Kniffel spielen.“ „Spielen? Ohne Computer? Na, gut. Ausnahmsweise.“
Um 22 Uhr war die multimediale Welt wieder in Ordnung. Der Fernseher lief, das Radio brüllte Weihnachtslieder und der junge Mann konnte sich wieder bei seinem Game anmelden.
Nachdenkliche Grüße von: Frau Werder
8. Dezember 2010 - 21:38
Hallo liebe MitleserInnen,
wo es vor 25 Jahren noch der SR1 war, den sich so manches Schulkind wünschte, sind es heute doch weitaus “elektronischere” Geschenke.
HD-TV, X-Boxen, Navis sowie Smart-Phones und superflache Notebooks der Marke “Birne”. Ist es da nicht etwas Schönes, wenn der oder die Beschenkte das Geschenk erst selbst “fertigstellen” muss? Ich denke da so an diverse Bausätze aus dem Bereich der Microelektronik und Mechanik. Das hat dann noch den Nebeneffekt etwas dabei zu lernen als “nur” anzuwenden. Also warum nicht mal der Computer im Eigenbau?
Zum Contentfilter à la “Time for Kids” kann ich nur sagen: es ist eine Frage der Zeit bis das Teil umgangen ist. Das ist bei Kids schon eine Art Volkssport geworden. Ich spreche da aus Erfahrung, denn ich kenne das Teil im Schuleinsatz. Außerdem führen Websperren zu Hause in den wenigsten Fällen zum Ziel. Besser finde ich klare Grenzen abzusprechen. Auch zur Weihnachtszeit