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Hochbegabung – Ein kleiner Exkurs

von TeilnehmerIn | 1. April 2011

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Entgegen aller Vorurteile und dem Schubladendenken ist die Hochbegabung kein Privileg, sondern eine Eigenschaft, über die ein Mensch verfügen kann. Sie birgt Vor- und Nachteile für die betreffende Person sowie deren Umfeld. Ein Vorurteil ist zum Beispiel, dass Hochbegabte Genies sind, natürlich ein Einser-Abitur erhalten und ein ebenso gutes Studium abgeschlossen haben. Leider ist dieses Thema bisher nur unzureichend erforscht. Es lassen sich hauptsächlich subjektive Meinungen und nur wenige wissenschaftlich fundierte Aussagen finden. Um den Rahmen nicht zu sprengen, möchte ich nachfolgend auf weit verbreitete Eigenschaften und die daraus resultierenden Auswirkungen im Berufsleben eingehen.

hochbegabt

Charakteristisch ist, dass es Hochbegabte oft in die Selbstständigkeit zieht. Dies liegt unter anderem daran, dass sie ihre Fähigkeiten in einem hierarchisch stark strukturierten Unternehmen wenig entfalten können. Sie brauchen ausreichend Spielraum, um ihre Interessen ausüben und ihre Begabungen nutzen zu können. Des Weiteren wissen viele nichts von ihren Talenten und spüren nur, dass sie „anders“ sind. Dieses Gefühl kann hemmend wirken und sich in der Arbeitsleistung niederschlagen.

Die Suche nach dem richtigen Berufsfeld kann unter Umständen endlos sein. Oft arbeiten Hochbegabte in mehreren Bereichen und sind darüber hinaus in Vereinen engagiert, um ihren vielfältigen Interessen nachzukommen. Viele schwanken zwischen dem Boreout- und dem Burnout-Syndrom. Sie befinden sich täglich im Balanceakt: Wie sollen sie die Unterforderung und Langeweile aus dem Berufsleben kompensieren? Aus dieser Fragestellung heraus können sie sich leicht verzetteln und sich zu viel auf einmal vornehmen, um der Langeweile zu entfliehen.

Finden Hochbegabte schließlich ihren Weg, sind sie meist sehr erfolgreich. Doch der Weg ist für viele lang. Nicht alle werden im Kindesalter erkannt und gefördert. Der Selbstfindungsprozess ist oftmals steinig und mit vielen Umwegen verbunden. Jene, die erst im fortgeschrittenen Alter von ihrer Begabung erfahren, sind nicht selten zermürbt. Was hätten sie möglich machen können, wenn sie von ihren Begabungen gewusst hätten? Andere verleugnen ihre Hochbegabung, um sich ihrem Umfeld anzupassen.

Ich möchte Sie, liebe Blogleser, mit meinen Ausführungen ein wenig für das Thema „Hochbegabung“ sensibilisieren. Falls Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie gerne mit mir in Kontakt treten oder einen Kommentar hinterlassen.

Weiterführende Links:
Superschlau und trotzdem schlechte Noten
Hochbegabte im Beruf – Schlau, schlauer, zu schlau

XING-Gruppen:
Hochbegabte Erwachsene – Leben und Arbeiten mit Hochbegabung im Berufsalltag
Sensibel – begabt

Buchtipps:
„Jenseits der Norm – hochbegabt und hoch sensibel?“, Andrea Brackmann
„Ganz normal hochbegabt: Leben als hochbegabter Erwachsener“, Andrea Brackmann

Melanie Günther

Themen: Dies und das, Teilnehmer berichten | 7 Kommentare »

7 Kommentare zu “Hochbegabung – Ein kleiner Exkurs”

  1. Melanie GüntherNo Gravatar schrieb am:
    1. April 2011 - 17:05

    Nachfolgend noch einmal die weiterführenden Links inklusive eines weiteren Fundes aus der Welt des Internets:

    Superschlau und trotzdem schlechte Noten:
    http://eltern.t-online.de/hochbegabt-und-trotzdem-schlechte-noten/id_44565788/index

    Hochbegabte im Beruf – Schlau, schlauer, zu schlau:
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/strategie/schlau-schlauer-zu-schlau/3442252.html

    Hochbegabung als Verständigungshindernis:
    http://www.kersti.de/O0006.HTM

  2. Helga HilkeNo Gravatar schrieb am:
    3. April 2011 - 20:11

    Dies ist eine interessante Betrachtungsweise. Ich habe gelesen, dass der Begriff der Hochbegabung nicht einheitlich definiert ist. Im allgemeinen sagt man, dass solche Leute einen IQ von 130 oder höher haben. Letztendlich sind aber auch die IQ-Tests von unterschiedlichem Niveau, also nicht komplett aussagefähig.

    Fakt ist, dass es auch in unseren Lerngruppen Intelligentere gibt und dass es solche gibt, die mehr Mühe haben. Wir spornen die Pfiffigeren an, den Schwächeren behilflich zu sein. Immerhin bilden sie damit ihre sozialen Kompetenzen (auch Soft Skills genannt) aus, die neben dem IQ wichtig für ein erfolgreiches Berufsleben sind. Hochbegabte mit einem Mangel an interaktiven Fähigkeiten werden im Arbeitsleben selten gut Fuß fassen.

    Neben der Entwicklung sozialer Kompetenzen ist es unser Ziel, die Begabteren mit komplizierteren oder umfangreicheren Aufgaben zu bestücken, damit sie sich nicht langweilen. Jeder Dozent sollte dazu einen Vorrat bereit halten. Auch in der Lernplattform findet man einiges. Außerdem gibt es Arbeitsgemeinschaften, in denen sich die Begabteren ausprobieren können. Natürlich gehört dazu, dass der Fähigere diese Unterstützung auch annimmt. Wir bieten in der Regel insbsondere solche Zusatzaufgaben an, die dem Ziel der Ausbildung / Weiterbildung dienen. Bereits im letzten Rätsel erkundeten die Leser, dass unser Augenmerk auf handlungs- und zielorientiertem Lernen liegt.

  3. Melanie GüntherNo Gravatar schrieb am:
    4. April 2011 - 11:05

    Liebe Frau Hilke,

    eben aus genanntem Grund habe ich davon abgesehen, IQ-Tests mit in die ‘Identifizierung’ aufzunehmen. Zumal ein IQ-Test immer nur logisch-abstrakte Fähigkeiten mit einbezieht. Kreative oder sportliche Fähigkeiten können in gängigen IQ-Tests nicht ausgewertet werden.

    Erst gestern trafen sich Freunde von mir und ich zu einer kleinen Diskussionsrunde. Wie kann Hochbegabung definiert werden? Ist diese genetisch bestimmt?
    Wir zogen entwicklungspsychologische Erkenntnisse hinzu und stellten uns die Frage, wie Intelligenz überhaupt definiert werden sollte. Selbst Professoren, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, kommen bis heute zu keiner aussagekräftigen Definition.

    Jeder von uns hatte seine eigene Meinung. Eine tatsächliche Definition ist unmöglich wie jedes Individuum eine möglicherweise bestehende Definition entkräften könnte.

    Schließlich standen folgende Fragen im Raum: Wozu definieren? Was ändert eine Schublade am Menschen?
    Auch auf diese Fragen teilten wir unsere Meinungen nur bedingt. Es bleibt an jedem selbst zu entscheiden, wie er/sie bekannte Informationen aufgreift, weiterentwickelt und verwendet.

  4. Nicky KoegelNo Gravatar schrieb am:
    5. April 2011 - 08:11

    Zu dem Thema kam mir direkt folgende Frage:
    Sind wir nicht alle ein bisschen hochbegabt? Immerhin hat jeder so sein Steckenpferd. Somit wäre man wieder beim Thema der Definition. Diese ist wie bereits erwähnt nicht möglich und auch nicht wirklich sinnvoll. Was die Förderung angeht, da bin ich der Meinung, dass jeder gefördert werden sollte. Nur so kann man jedes Potenzial ausschöpfen. Also ist das Thema der Hochbegabung wohl zwangsläufig sehr nebensächlich.

  5. Die Frau WerderNo Gravatar schrieb am:
    6. April 2011 - 14:07

    An dieser Stelle kann ich mich Herrn Koegel nur anschließen.
    Was ist mit dem EQ? Der emotionalen Intelligenz? Dem Sozialverhalten?
    Ich kenne einen Dr. Dr. – der absolut unfähig ist, dem Vermieter einen sinnvollen Beschwerdebrief zu schreiben.

    Ich habe einen Dozenten (Diplom Psychologe) erlebt, der meiner Meinung nach eine komplette Meise hatte (er sprang auf Tischen herum oder er pulte während eines Gesprächs mit einer Büroklammer in seinen Ohren herum). Das ist wirklich wahr!

    Aber … ich habe auch eine Reinigungskraft erlebt, die eine Abteilungsleiterin abends nach einer katastrophalen Dienstbesprechung getröstet hat.

    Ich kenne eine Sekretärin, die nur das Leben studiert hat (so wie ich), dennoch hat sie den ganzen Laden geschmissen.

    Ich glaube, Comhard kennt das auch. Nicht jeder Dozent mit einem hervorragenden Hochschulabschluss ist dazu geeignet, eine Klasse zu unterrichten.

    Jeder hat seine Stärken und seine Schwächen. Die soziale Kompetenz wird zwar immer von Arbeitgebern gefordert, aber letztendlich zählt das Abschlusszeugnis, denn soziale Kompetenz kann man im Vorfeld kaum messen oder testen.

    Es grüßt die Frau Werder

  6. Melanie GüntherNo Gravatar schrieb am:
    7. April 2011 - 19:50

    Da haben Sie vollkommen recht, Frau Werder!

    Ich möchte dazu gern die Spirituelle Intelligenz in die Runde werfen. Am besten wäre es wohl, wären alle genannten Kompetenzen (IQ, EQ, SQ) geschult. Das Resultat würde wohl ein nahezu perfektes Wesen ergeben. Der Begriff ‘Wesen’ ist hier absichtlich gewählt, denn wer ist schon perfekt? Und machen nicht auch die Schwächen eines Menschen diesen aus? Können wir nicht erst unsere Stärken durch unsere Schwächen erkennen?

    Und was wäre, hätten wir tatsächlich jemanden uns gegenüber, der nahezu perfekt scheint? Ich habe mehrere mögliche Szenarien diese Fragestellung betreffend, möchte Sie jedoch weiterhin anregen hier Ihre Meinungen zu äußern.

    Ich freue mich im Übrigen sehr, dass Sie sich so rege an dieser kleinen Diskussionsrunde beteiligen!
    :)

  7. Frau WerderNo Gravatar schrieb am:
    8. April 2011 - 13:58

    Hallo Frau Günther!
    Wie schon erwähnt, habe ich nur das Leben studiert, aber spirituelle Intelligenz kenne ich nicht. Was meinen Sie damit? Spiritualität im Sinne von: Kirche, Glauben, Frömmigkeit?

    Es grüßt die Frau Werder

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