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Lernerfolgskontrolle als Gradmesser des Gelernten

von Helga Hilke | 30. Mai 2011

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Am Ende eines jeden Kurses bei Comhard erhalten die Teilnehmer ein Zeugnis. Für ein Zeugnis braucht man Zensuren. Erteilt man Zensuren nur dazu, um am Ende ein Zeugnis aushändigen zu können? Welches Ziel soll mit einer Lernerfolgskontrolle verfolgt werden? In welcher Form sollte dazu das vorhandene Wissen und die Handlungsfähigkeit in der Erwachsenenbildung abgefordert werden? Wie oft sollte der Lernerfolg überprüft werden? Zu welcher Tageszeit sollte man eine Arbeit schreiben? Wie schnell sollte man eine Leistungskontrolle auswerten? Wie erreicht man, dass unterschiedliche Voraussetzungen für das Lernziel, unterschiedlicher Fleiß der Teilnehmer, unterschiedliche Motivation für das Lernziel in der Kontrolle berücksichtigt werden? Wie baut man einen Test, damit er durch die Trainer hinreichend schnell auswertbar – und vor allem – nicht subjektiv interpretierbar ist? Welche Hilfsmittel werden beim Test zugelassen? Sollte ein Test angekündigt werden?

Dies sind Fragen, die wir Trainer uns immer wieder stellen. Sie alle können natürlich nicht in einem einzigen Blogartikel hinreichend betrachtet werden. Deshalb werden wir in den nächsten Wochen im Blog das Thema Lernerfolgskontrolle mehrfach aufgreifen.

Im Moment bereite ich für die Klasse, in der ich morgen unterrichte, einen Kurztest vor. Ich bin ein Vertreter der Trainer, der nicht am Ende eines Kurses mit einem komplexen Abschlusstest aufwartet, sondern immer wieder zwischenzeitlich mit einem kurzen Test „erforscht“, ob das Vermittelte verstanden wurde und ob der nötige Fleiß aufgebracht wurde, um das Gelernte aufzuarbeiten. Damit erhalte ich mehrere Einzelnoten, aus denen später für das Fach eine Abschlussnote gebildet wird. Da jeder auch mal aus verschiedenen Gründen an einem Tag nicht so leistungsfähig wie an anderen Tagen ist, biete ich am Ende des Faches an, dass für die Bildung der Gesamtnote eine Note abgewählt werden kann. Dies wiederum erfordert, dass man jede Arbeit mit etwa derselben Punktzahl vorbereitet. Anfangs war dies fast eine Herausforderung. Inzwischen ist es zur Routine geworden.

Nun überlege ich, zu welcher Tageszeit ich morgen die Arbeit schreiben lasse. Zu jeder Zeit gibt es Vor- und Nachteile. Zu Beginn des Unterrichts sind das Wissen und der Geist noch frisch. Außerdem erreicht man damit (manchmal), dass die notorischen Zuspätkommer sich befleißigen, pünktlich am Platz zu sitzen. Außerdem kann man danach zügig zur weiteren Wissensvermittlung übergehen. Rein wissenschaftlich gesehen ist der Mensch im Allgemeinen zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Höchstleistungen in der Lage.

Also sollte der Kurztest zum Ende des Tages eingesetzt werden? Zuweilen organisierte ich dies so. Wer vor dem geplanten Zeitpunkt fertig ist, durfte dann sein Blatt abgeben und nach Hause gehen. Alle anderen können dann in Ruhe ohne akustische Störung weiter arbeiten. Ob man dies so regeln kann muss man von der Zusammensetzung der Klasse abhängig machen. Es gab bereits Teilnehmer, die bei dieser Form ihr leeres Blatt abgaben und verschwanden. Da es morgen sehr warm werden soll, ist der nachmittägliche Zeitpunkt ungünstig.

Also werde ich den Leistungsbeweis nach der Frühstückspause abfordern. Zu dieser Zeit befinden sich alle in Höchstform. Bis dahin konnte so manche aufgetauchte Frage noch einmal beantwortet werden. Ebenso dürfte bis dahin jeder eingetrudelt sein, auch wenn die Verkehrssituation einmal ein wenig beeinträchtigt ist. Was meine die Leser dazu?

Themen: Lernverhalten, Teilnehmer berichten | 12 Kommentare »

12 Kommentare zu “Lernerfolgskontrolle als Gradmesser des Gelernten”

  1. Die Frau WerderNo Gravatar schrieb am:
    30. Mai 2011 - 13:58

    Hallo Frau Hilke!

    Ein guter Vorschlag, die Tests, Klausuren – Lernerfolgskontrollen nach der Frühstückspause durchzuführen.
    Ich fand es schon immer sinnfrei, Tests am Freitag zwischen 14 und 15 Uhr anzusetzen.
    Warum freitags? Warum nicht mittwochs?
    Die inoffizielle Begründung dafür lautet bei jedem Bildungsträger: „Freitag ist das Modul abgeschlossen, und wenn man den Test vormittags durchführt, dann gehen die Teilnehmer/innen nach dem Test rotzfrech nach Hause.“
    Doch Sie wissen, Frau Hilke, dass man mit einer angekündigten Klausur niemanden daran hindern kann, nicht zum Unterricht zu erscheinen oder früher zu gehen.
    Besser wäre es doch, sich auf die Anderen zu konzentrieren, die Neugierigen, die nachmittags fragen: „Welche Lösung war für Frage 3 richtig? Wie viele Punkte hätte ich mit meiner Antwort erreicht?“
    Das kann man in einer lockeren Runde besprechen, das kann draußen bei einem Kaffee stattfinden.
    Ja, ich weiß! Es herrscht immer noch die Meinung, dass man nicht arbeiten oder lernen würde, wenn man als Gruppe irgendwo herumsteht und redet.
    Der Meinung bin ich aber nicht. Was sagen Sie dazu?

    Es grüßt die Frau Werder

  2. Olaf MüllerNo Gravatar schrieb am:
    30. Mai 2011 - 18:42

    Liebe Frau Hilke, liebe Frau Werder,

    ich weiß, für die meisten Dozenten (w / m) sind (viele) Klausuren eine gute Vorbereitung für die IHK- Prüfungen, was ich nachvollziehen kann.
    Wenn überhaupt, dann würde ich diese so früh wie möglich am Tag (am Morgen) schreiben lassen, wo alle Teilnehmer noch frisch und ausgeruht (er)scheinen und auch die momentanen Temperaturen noch auszuhalten sind.

    Ansonsten bin ich kein Prüfungsmensch und ich habe vor jeder Klausur einen riesengroßen Horror – selbst in meinen Lieblingsfächern (ReKu, SoKu, AWL, Kommunikation, Mathe) und selbst bei bester Vorbereitung!
    Das ganze System der schriftlichen Klausuren und Prüfungen ist (in meinen Augen) ein “überholter Zopf”, den es irgendwann (hoffentlich) nicht mehr geben wird.

    Ich bin ein großer Verfechter und Befürworter der “Oliver – Schmerse – Methode”:
    Herr Schmerse lässt in der Regel nur eine große schriftliche Klausur schreiben und hält damit den Prüfungsstress sehr gering.
    Er (Herr Schmerse) bewertet jedoch täglich die Mitarbeit der einzelnen Teilnehmer, er beobachtet und registriert sehr exakt das Stellen von Fragen, die persönlichen Recherchen und er fördert somit Interesse an “seinen” Fächern.
    Wer nicht mitarbeitet, der wird einfach von ihm zur Diskussion aufgefordert und jeder weiß, wie oft und wie exakt er die Mitarbeit bewertet.
    Was nutzen ihm “stumme Teilnehmer”, die sich mit allen möglichen Sachen beschäftigen – nur nicht mit dem Unterrichtsgeschehen – für den Tag der Klausuren jedoch lernen und somit gute Noten erhalten, die die Realität nicht immer wiedergeben.
    Herr Schmerse fordert Mitarbeit regelrecht ein und das imponiert mir und sagt mir zu.
    Keiner muss bei ihm stets die richtigen Antworten wissen – ihm ist das Nachdenken, das Stellen von Fragen und das Interesse am Lehrstoff viel wichtiger und somit kann er die Leistungen viel kontinuierlicher einschätzen.
    Vor Mitarbeit habe ich keine Angst – im Gegenteil, wohl aber vor dem Stress, den Klausuren nun einmal auslösen.
    Oliver Schmerse ist ein (relativ) junger Dozent, der frische Ideen einbringt und sich auch nicht (nur) stur am Lehrbuch orientiert. Er ist ein Dozent, der begeistern kann und der einen relativ trockenen Lehrstoff stets anschaulich und interessant darlegt.

    Ich freue mich auf jede Unterrichtssequenz mit ihm, die sich an der “realen Welt” orientiert.

    Frau Werder, Ihre Vorschläge bezüglich “Gruppenarbeit”
    gefallen mir sehr und finden meine Zustimmung.
    Voneinander lernen, von den Stärken der “Nachbarn” profitieren und eine Teamarbeit erbringen ist sehr praxisnah.

    Herzlich grüßt Ihr / Euer Olaf Müller.

  3. Lars LehmannNo Gravatar schrieb am:
    31. Mai 2011 - 13:27

    Liebe Frau Hilke,

    wie alle, deren letzten Prüfungen, Klausuren & “Lernerfolgskontrollen” schon Jahre, bzw. Jahrzehnte her waren, ging es auch uns & mir am Anfang so, daß wir immer wieder gemeutert haben.. wir wurden einfach auch nicht müde zu beteuern wie sinnlos, schikanös & einfach unheimlich lästig diese doch stets ungerechtfertigten Tests waren, die doch immer so schön unsere “Schüler-Ruhe” zu unterbrechen wagten.

    Nun nachdem der Berg an “Lernerfolgskontrollen” gerade hinter uns liegt, wage ich einfach zu sagen: papalapap! Es war wohl die sinnvollste, nachhaltigste (ich hasse dieses Wort auf das Inständigste!) Art uns faule Bande liebevoll dazu zu zwingen, Erlerntes regelmäßig zu wiederholen… Danke!

    Was war nun das Ergebnis? Tja, auch wenn ich noch keine Ahnung habe, ob die IHK es beim Durchsehen meiner Prüfungen genauso sieht, muß ich doch fairer Weise bemerken: es hat wohl sehr geholfen, da ich mich an Vieles gerade aus diesen Kontrollen immer noch lebhaft erinnere.. & wann immer ich Fehler gemacht habe, sind diese mir aus der Schmach der Niederlage wohl besonders im Gedächtnis geblieben..

    Zu erwähnen bleibt mir noch, daß gerade diese wöchentlichen “Lernerfolgskontrollen” nicht nur für uns “Schülerlein” Aufwand bedeuteten & gerade die Dozenten, welche sich dazu hinreißen ließen, den Umfang ihrer Unterrichtsvorbereitung damit freiwillig sprunghaft ansteigen ließen.

    Dafür kann es nach meinem Dafürhalten nur zwei mögliche Gründe geben: 1) es geschieht aus einem tief verwurzeltem Sadismus heraus, weswegen der Beruf des Zahnarztes wohl für diese Kategorie die bessere Wahl gewesen wäre ODER 2) aus der Erfahrung, daß man so auch den Dümmsten & Faulsten wenigstens minimal zum Lernen bewegen kann.

    Ich für meine Person jedenfalls kann nicht anders, als gerade in der IT-Sparte besonders Frau Hilke, Frau Lorenz & nicht zu vergessen Frau Baumbach dafür zu danken, daß Sie sich genau diese Arbeit gemacht haben & nicht Zahnärztinnen geworden sind ;)

    Klar es wird immer Dozenten geben, die mit einem Test am Ende das Thema abschließen wollen & die wie der oben erwähnte sehr engagierte Herr Schmerse & Herr Lange ihre Unterrichtsarbeit auf ständige Wiederholungen zum Zwecke der Wissensfestigung aufgebaut haben & damit gleichsam sehr achtbare Ergebnisse erzielen. So auch Ihnen meinen Dank!

    Im Endeffekt & ohne die derzeitige Kenntnis um die Standhaftigkeit meines erworbenen Wissens vor der IHK möchte ich hier an dieser Stelle Comhard & den 90% der engagierten Dozenten dort attestieren, daß sie im Fach der Umschülerforderung & IHK-Prüfungsvorbereitungen Profis auf ihrem Gebiet sind, die sich im Berliner Maßstab wohl ganz ganz vorne befinden dürften.. meine persönliche Anerkennung!

    Natürlich kann man über den Zeitpunkt solcher kleinen “Lernerfolgskontrolle” diskutieren oder diese gerne mal nach Bitten einer Klasse auch zugunsten einer vorzuziehenden Wiederholung wie beim ehrenwerten Herrn Jankowsky verschieben.. aber die Ergebnisse bei “Kaffee & Kuchen” debattieren zu wollen erscheint mir doch ein wenig weit hergeholt..

    Allerdings will ich inspiriert von meinen drei “Vorrednern” gleich morgen früh bei meinem Chef hier im Praktikum versuchen, ihm einem konstruktiven Vorschlag zu unterbreiten: Eine Arbeit, die er mir zuweist, werde ich mit Verweis auf die frühe Tagesstunde & der Bitte um Aufschub in die Mittagsstunden legen..
    Ich glaube er wird mich für dieses höchst verständliche wie demokratische Anliegen sehr in sein Herz schließen.. besonders, wenn ich die ganze Abteilung vorher zu gleichem Tun anstachle..

    In diesem Sinne einen wunderschönen Tag
    & viele liebe Grüße
    Lars Lehmann IT-07

  4. die Frau WerderNo Gravatar schrieb am:
    31. Mai 2011 - 16:38

    Lieber Olaf Müller!

    Letztendlich haben viele Menschen aus der Praxis sinnvolle Vorschläge, um den Lernstoff erfolgreich und mit Freude zu vermitteln.
    Aber … hier kommt das große Aber: Wir unterliegen den Regularien der Prüfungsbehörde. Diesen „alten Zopf“ können weder Sie noch ich abschneiden.
    In der Berufsausbildung wird von den Prüflingen ein exaktes Abarbeiten ihres Wissens verlangt. Dies soll eine gewisse Gleichberechtigung aller Prüflinge erzeugen und sicherlich ist das auch gut gemeint. Doch gut gemeint ist nicht immer gut gedacht.
    Viele Fragen sind verklausuliert und schlecht nachvollziehbar. Grottenschlechter Ausdruck und wenig praxisnah für das zu prüfende Berufsbild.
    Ich denke wir brauchen beides: Die „alten erfahrenen Knochen“ (Entschuldigung!), die uns diese konservative „Prüfungssprache“ beibringen. Und die „innovativen jungen Hüpfer“ (Entschuldigung!), die neue Wege gehen, um den Stoff zu vermitteln.

    Noch etwas: Sie schreiben, dass Sie kein Prüfungsmensch sind. Logisch! Ich kenne niemanden, der gerne geprüft wird. Sie schreiben, dass Sie Horror (Angst) vor Prüfungen haben. Das ist völlig normal, so lange Sie Ihre Angst nicht handlungsunfähig macht.
    Sie schaffen das!
    Natürlich werden Sie sich jetzt fragen. „Woher will die wildfremde Frau das wissen? Die Frau kennt mich doch gar nicht persönlich.“
    Das ist richtig, aber Menschen, denen alles scheißegal ist, die schaffen gar nichts. Doch so schätze ich Sie nicht ein – wie man im Blog lesen kann.
    Sie schaffen das!

    Es grüßt die Frau Werder

  5. Olaf MüllerNo Gravatar schrieb am:
    1. Juni 2011 - 05:42

    Liebe Frau Werder,

    ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre persönlich an mich gerichteten Worte, über die ich mich ehrlichen Herzens sehr gefreut habe.
    Ich nehme gern jede Art von Hinweisen (das Wort “Kritik” ist oft negativ besetzt) auf, verarbeite diese und filtere das für mich, was mir hilfreich und sinnvoll erscheint.
    Insofern können Sie mir jederzeit Tipps geben und mir Ihre Meinung darlegen – ich bin dankbar dafür.

    Mein Kompliment für Ihre Menschenkenntnis – ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch, dem nichts (bzw. kaum etwas) sch…-egal ist.
    Ich ärgere mich riesig, wenn mir etwas nicht gelingt, wenn mir etwas schwer fällt und wenn ich Probleme habe, meine Defizite zu verringern.
    Ich absolviere seit März eine Umschulung zum Bürokaufmann und ich bin sehr glücklich und dankbar, bei “Comhard” gelandet zu sein.
    Die gesamten Gegebenheiten, die sehr engagierten Dozenten, “meine” Mitschüler und die Mitarbeiter von “Comhard” sind beispielgebend und bieten die allerbesten Voraussetzungen, damit jeder seine Prüfung schaffen kann.
    In den meisten Fächern kann ich gute und sogar sehr gute Leistungen vorweisen – in “FiBu” und “PC – Kunde” jedoch, liegen derzeit meine Defizite und meine Sorgen.

    Wenn Sie wüssten, wie oft ich bis nach Mitternacht daheim via Hefter, Lehrbuch und Internet versuche, hier auf einen Wissensstand zu kommen, der für Klausuren erforderlich ist. Leider fällt mir in diesen Fächern nichts zu – ich muss mir alles sehr hart erarbeiten und oft verzweifele ich…

    Was mich stört ist die Tatsache, wonach vor allem die IHK- Prüfungen gar nicht mehr praxisnah sind und das meinte ich mit den “alten Zöpfen”.
    Sicherheit und Routine bringt erst das tagtägliche Arbeiten und das Wiederholen.

    Ja, Frau Werder, wir können Vorgaben nicht aushebeln und müssen uns weiterhin Klausuren und Prüfungen stellen.
    Wissen Sie, das Lernen macht mir (trotzdem ich “alter Sack” schon mit strammen Schritten auf die “50″ zugehe)
    unheimlich viel Spaß und Freude. Ich werde gefordert, finde (oft) Anerkennung und ich arbeite sehr gern im Unterricht mit. Nach Schulschluss recherchiere ich viel im Internet, hole mir auch Auskünfte bei Ämtern und Behörden ein, um so auch meinen Mitschülern zusätzliche Informationen geben zu können.

    Diese Leistung, so meine Überzeugung, müsste mehr Gewicht in den Benotungen finden – so, wie es z. B. Herr Schmerse praktiziert.

    Liebe Frau Werder, ich wünsche Ihnen weiterhin viel Lernerfolg und ein erholsames “Herrentagswochenende”.
    Bleiben Sie mir gewogen und schreiben Sie mir, wann immer Sie möchten, Ihre Meinung.

    Mit besten Grüßen verbleibe ich Ihr: Olaf Müller.

    P.S. Sie können mich ruhig mit “Olaf” ansprechen.

  6. Olaf MüllerNo Gravatar schrieb am:
    1. Juni 2011 - 05:57

    Sehr geehrter Herr Lars Lehmann,

    als Freund und Kenner sarkastischer Worte danke ich für Ihren (zum Teil) sehr ironischen Beitrag.

    Sie haben selbst die Tatsache erkannt und angesprochen, wonach die Praxis im “realen” Berufsleben nicht viel mit den Prüfungen zu tun hat.

    Wenn Ihr Chef Ihrer o. g. Bitte entspricht, finden Sie bestimmt am Vormittag etwas Zeit, um mein Schreiben an Frau Werder zu studieren – vielleicht können Sie mich dann etwas besser verstehen.

    Mit besten Grüßen und Wünschen zum morgigen Herrentag verbleibe ich: O. Müller.

  7. Lars LehmannNo Gravatar schrieb am:
    1. Juni 2011 - 08:54

    Sehr geehrter Herr Müller, liebe Mitleidenden..

    zuerst möchte ich mich bei Ihnen bedanken. Ja, bedanken und zwar für die netten Wünsche Ihrerseits den Herrentag betreffend. Allerdings war es das dann auch schon mit den Freundlichkeiten..

    Zwar fühle ich wie Sie mich sehr wohl, wenn man wenigstens ansatzweise den Versuch unternimmt, mich verstehen zu wollen und sich in mich hineinversetzen möge. Allerdings heiße ich es leider weniger gut, mir Dinge in den Mund legen zu lassen. Die Zeiten dürfte meine Mutter spätestens in meinem Kindergartenalter als vergangen erkannt haben. Glauben Sie mir, jemand anderen als meiner Mutter hätte ich das sicher weder früher geschweige denn heute gestattet.

    Worauf will der „Sarkast“ und „Ironiker“, wie Sie ihn zu nennen belieben, eigentlich hinaus? Ganz einfach. Sie ahnen, auf welche Weise auch immer, was ich so alles erkannt haben möge mit den Worten: “Sie haben selbst die Tatsache erkannt und angesprochen, wonach die Praxis im “realen” Berufsleben nicht viel mit den Prüfungen zu tun hat.” (Zitat: Olaf Müller, Comhard-Blog, 01.06.2011). Woher eigentlich??

    Mhmmmm, so wage ich Ihnen in diesem speziellen Punkt leider zu widersprechen. 1) habe ich das nicht erkannt und 2) hat die Theorie zum Glück verdammt viel mit dem als geistigem Unterbau dienenden Gerüst mit der Praxis zu tun. Allerdings möchte ich Sie so auch nicht im Regen stehen lassen und gebe Ihnen wenigstens zu 10%, nein lieber nur zu 5% darin dann doch noch Recht. Und zwar in so fern wie die Praxis 200% härter, 300% ungerechter und mindestens 400% befriedigender ist als die Theorie und das auf leider oder zum Glück jedem Gebiet. Punkt!

    So also Ihnen und allen sich angesprochen Fühlenden noch einen schönen Kindertag und weiterhin viel Spaß hier im Blog bei der Erforschung Ihrer Selbst wie Ihrer und fremder Gefühlswelten.

    In diesem Sinne viel Spaß
    und einen nachdenklichen Tag
    Lars Lehmann IT-07

  8. Gérard GoldNo Gravatar schrieb am:
    1. Juni 2011 - 11:44

    Hallo liebe Lesenden!

    Auch unsere Gruppe hat die Thematik “Benotung und Anzahl Tests/Klausuren” in den letzten Monaten ordentlich beschäftigt. Ob es unnachvollziehbare Mitarbeitsnoten waren oder Einmalklausuren mit viel zu hohem Anspruch, die die Endnote eines ganzen Faches bestimmen.
    Ich für meinen Teil würde gerade in der Erwachsenenbildung wie sie hier nunmal stattfindet auf Mitarbeitsnoten komplett verzichten. Sie sind viel zu abhängig von Sympathie und lassen sich nur schwer belegen.
    Was die Anzahl und den Zeitpunkt von Tests angeht, so bin ich Verfechter der größeren Anzahl von Noten. Soll heißen, viele kleine Tests (von mir aus auch jeden Tag) sind m.E. viel sinnvoller als Basis für eine Abschlussnote. Richtig verfasst ist deren Kontrolle auch nicht schwieriger als die einer großen Klausur. Außerdem werden schwankende Tagesformen der Lernenden kompensiert und geben letztlich damit auch jederzeit den aktuellen Wissensstand wieder. Ich empfand das in den meisten Fächern als sehr hilfreich.
    Was den Zeitpunkt des Schreibens solcher Tests angeht, so ist der Vormittag sicher am besten geeignet. Die Leistungskurve lässt hier grüßen!

    Ansonsten finde ich schön, dass sich Comhard mittlerweile so offensiv dem Problem stellt und wünsche nachfolgenden Kursen auch greifbare Ergebnisse was die qualitative Umsetzung von Benotungsrichtlinien angeht. Für uns wird es ja offensichtlich zu spät sein. :-(

    In diesem Sinne
    Ein S-Geschädigter
    Gérard Gold
    FI-22

  9. Olaf MüllerNo Gravatar schrieb am:
    1. Juni 2011 - 11:46

    Sehr geehrter Herr Lehmann,

    ich habe etwas gezögert und überlegt, ob ich auf Ihre Darlegungen (danke für die investierte Zeit) eingehe, da dieser Blog bestimmt nicht für “unsere” Art des verbalen Meinungsaustausches gedacht ist.
    Erlauben Sie mir dennoch eine kurze Erwiderung:
    Nach meinem Kenntnisstand bedeutet Sarkasmus “beißender Spott” und so habe ich Ihren letzten Absatz auch empfunden.

    Seien Sie versichert, ich habe 30 Jahre Erfahrungen im Berufs- und Arbeitsleben – zum Teil aus der DDR, zum Teil aus dieser Gesellschaft, Erfahrungen als Angestellter, Erfahrungen als Soldat (Befehlsempfänger und Befehlsgeber) und Erfahrungen als “eigener Chef” und Verantwortlicher für Mitarbeiter.

    Recht gebe ich Ihnen, dass die Praxis härter ist, als unser “Schulalltag” es vermitteln kann. Dennoch gibt es Teilnehmer, für die endet ein Schultag um 15:00 Uhr und andere lernen und wiederholen bis teilweise 24:00 Uhr – weil die Praxis hart ist.

    In diesem Sinn möchte ich unseren Wortwechsel beenden – Sie können mir jedoch gern schreiben. Die Mailadresse erfahren Sie von Frau Hilke.

    Werten Sie einfach nicht alles als persönlicher Angriff, da Sarkasmus und Ironie auch immer etwas mit einem “humorvollen Auge” zu tun hat.

    Alle guten Wünsche von: Olaf Müller

  10. Kristin LauterbachNo Gravatar schrieb am:
    1. Juni 2011 - 16:23

    Wow – was für eine Diskussion!

    Aber eines wird mir hier ganz deutlich: Es gibt nicht den einen Königsweg, der für alle Beteiligten die optimalen Bedingungen eröffnet. Viele Tests oder nur eine Abschlussklausur, morgens oder nachmittags, mit oder ohne Bewertung der Mitarbeit – es wird immer den einen oder anderen geben, der dieses oder jenes bevorzugt.

    Neulich wurde ich in einer Klasse mit der Frage konfrontiert, warum eine Abschlussprüfung für ein Teilmodul (durch eine externe Prüfungsstelle) an einem Montag eingeplant ist. So könne man doch das Wochenende gar nicht richtig genießen. Mh, okay, ist ein Argument, dachte ich mir. Daraufhin fragte ich bei meiner Kollegin nach, die zu diesem Zeitpunkt die Prüfungstage organisierte. Von ihr erfuhr ich dann, dass in der vorigen Klasse die Prüfungen auf einem Freitag lagen und die Teilnehmer gern das Wochenende zum Lernen genutzt hätten, worauf hin sie diese Änderung vornahm. Das finde ich, ist ein prima Beispiel für die o.g. Problematik, oder?

  11. Olaf MüllerNo Gravatar schrieb am:
    2. Juni 2011 - 08:24

    Liebe Frau Lauterbach,

    Sie haben es auf den Punkt gebracht – es gibt keinen “Königsweg”.
    Fragen Sie 15 Menschen nach ihrer Meinung zur “Problematik X” und Sie werden mindestens 10 verschiedene Argumente erhalten.

    Es hat mir sehr imponiert, als Frau Hilke die Blogleser um ihre Meinung bezüglich eines geeigneten Zeitpunktes einer “Lernerfolgskontrolle” bat. Das machen die wenigsten Dozenten und zeigt mir, dass Frau Hilke uns Teilnehmer nicht als “Schüler”, sondern als Partner betrachtet.
    Letztendlich liegt die Entscheidung immer im Ermessen der Dozenten. Hervorragende Pädagogen, wie Helga Hilke, betrachten Vorschläge und Anfragen von Teilnehmern nicht als Kritik, oder gar als einen persönlichen Angriff – nein, Frau Hilke sieht das immer als Chance, die Qualität des Unterrichtes noch mehr zu erhöhen und das hilft allen Beteiligten.
    Auch dafür danke ich an dieser Stelle “unserer” Frau Hilke!

    Allen Lesern beste Wünsche von: Olaf Müller (US BI 10)

  12. Helga HilkeNo Gravatar schrieb am:
    2. Juni 2011 - 10:50

    Ein Hallo an alle!

    Ich freue mich über so viel Meinungsäußerung, die wir in der einen oder anderen Form in unserer Arbeit beachten werden oder dankbar zur Kenntnis nehmen. Da ich in einigen Kommentaren persönlich „angesprochen“ wurde, will ich nun darauf eingehen.

    Zum Kommentar Nr. 1:
    Ich stimme Ihnen zu, dass bei einem angekündigten Test manch einer nicht zum Unterricht erscheint. Wer regelmäßig vor der Verantwortung flüchtet, wird eventuell auch später im Berufsleben straucheln. Unter anderem auch aus diesem Grund bin ich Vertreter derjenigen, die regelmäßig Tests schreiben (lassen). Vielen fällt die Lösung von Aufgaben, die vor kurzem behandelt wurden, viel leichter als ein Klopper von Test nach einer größeren Stundenzahl. Außerdem: Wie will man denn am letzten Tag des Faches / Modules noch eine hilfreiche Auswertung vornehmen?

    Allerdings wird es eine Klausurauswertung an der frischen Luft bei Kaffee bei mir nicht geben. Wie will ich draußen bei 20 Personen Aufmerksamkeit erhalten? Häufig muss ich zur Auswertung Hilfsmittel verwenden (um zum Beispiel ein Klassendiagramm herzuleiten). Die fehlen mir draußen. Nicht nur ich sehe dies so, sondern auch die Kursteilnehmer. Dies äußerte z. B. Herr Lehmann im vorletzten Absatz des Kommentars Nr 3.

    Zum Kommentar Nr. 2:
    Obwohl ich in der US BI10 noch nicht unterrichtete (und dies wahrscheinlich auch in Zukunft nicht tun werde), schätze ich Herrn Müller als kommunikativen Kursteilnehmer ein. Dies ist ein Geschenk für einen Dozenten. Ein Dozent kann nicht gut wirken, wenn vor einem nur Teilnehmer sitzen, die sich hinter dem Monitor verstecken bzw. während der Stoffvermittlung chatten oder den PC anderweitig beschäftigen. Wer gut kommunizieren kann, findet in der Regel auch leichter einen Job. Natürlich muss neben der Gesprächsfähigkeit auch Fachwissen vorhanden sein. Deshalb sollte aus meiner Sicht in die Leistungsbewertung sehr wohl die Mitarbeit einfließen. Das Hauptaugenmerk sollte jedoch immer auf die Handlungsorientierung gelegt werden. Deshalb ist das Arbeitsergebnis (die Klausur, der Projektbericht, die erstellte Excel-Datei, das funktionierende Programm u. a.) mit hoher Wichtung in die Endnote zu übernehmen.

    Den Wunsch, ohne Klausuren und Prüfungen auszukommen, hat wohl jeder. Ich kann jedoch nicht erkennen, dass es so etwas nicht mehr geben wird. Unser ganzes Leben besteht aus „Prüfungen“. Zunächst ist es der Schulabschluss, dann der Eignungstest und danach der Ausbildungsabschluss, die Fahrerlaubnis, die Ausbildereignungsprüfung, die Prüfung am Ende einer Weiterbildung. Im Berufsleben gibt es vielfältige „Prüfungen“. Wenn das Alter ein wenig fortgeschritten ist, dann verordnet der Arzt einen Alzheimer-Test (Zifferblatt einer Uhr aufmalen, Zeiger malen, die auf 11:30 Uhr zeigen, Zahlenfolgen, usw.). Ich kann nur jedem empfehlen, sich selbst so zu organisieren, dass solche Prüfungen mit positivem Stress bewältigt werden. Auch die Tests orientieren sich also immer an der „realen Welt“.

    Ihrem Vorschlag oder Wunsch, mit Gruppenarbeit Lernerfolge zu erzielen, wird bestimmt von den Trainern entsprochen. Auch ich setze diese Methode ein, wenn der Lehrstoff dies hergibt. Außerdem bilden sich in den meisten Klassen von allein Gruppen, die nach dem Unterricht gemeinsam Stoff aufbereiten. Dies ist bestimmt auch in der US BI10 so.

    Zum Kommentar Nr. 3:
    Herr Lehmann hat seine Umschulung fast beendet. Nicht jeder in seiner Klasse hat so zielstrebig und wohl durchdacht gearbeitet wie er. Ein Umschüler hat am Ende seiner Bildungszeit manchmal eine andere Sicht auf die Dinge als jemand, der sich gerade am Beginn der zwei langen Jahre befindet. Am Ende dominiert nicht das Wunschdenken, sondern die Einschätzung, was wirklich hilfreich war. Ich drücke die Daumen, dass die Prüfungsergebnisse die bisherigen Leistungen bestätigen.

    Interessant ist der Vergleich mit dem Zahnarzt. Ich nehme diesen regelmäßig und dennoch ungern in Anspruch. Jedoch würde ich meine Zahnärztin nicht als Sadist bezeichnen. Sie will nur Gutes für mein Gebiss. Manchmal muss sie den Zahn an der Wurzel anfassen, um die Schmerzen dauerhaft zu beseitigen. Und genau dies machen wir Trainer. Wir bohren immer wieder an derselben Stelle, damit die Schüler am Ende nicht nur die Prüfung, sondern auch in der Praxis bestehen. Zahnarzt wollte ich nur deshalb nicht werden, weil ich kein Blut sehen kann und Speichel für mich eine unangenehme Substanz ist. Bluten müssen unsere Umschüler nicht.

    Zum Kommentar Nr. 6:
    Als noch nicht eine komplette Umschulung Durchlaufender wurde hier wohl ein Kommentar eines Umschulungserfahrenen fehlgedeutet. Darauf folgten zwei weitere Kommentare (Nr. 7 und 9), die auf der Fehldeutung aufbauten. Herr Lehmann hat lediglich seine Erfahrungen und Empfindungen in seiner Klasse aufgeschrieben und seine Meinung geäußert, dass Auswertungen von Lernerfolgskontrollen bei Kaffe und Kuchen nicht zielführend sind. Dies ist seine Meinung und die sollte man ihm lassen.

    Dies zeigt aber auch, dass niedergeschriebene Worte von einem Unbeteiligten falsch aufgefasst werden können. Beide Schreiber haben ein ehrgeiziges Ziel: Einen Berufsabschluss erfolgreich zu bewältigen. Beide sind in ihrer Klasse anerkannte Teammitglieder. Beide schreiben aus Leidenschaft im Blog. Ich erkenne noch mehr Gemeinsamkeiten. Falls es noch einmal die Gelegenheit gibt, werde ich wohl beide miteinander bekannt machen.

    Kommentar Nr. 8:
    Auch Herr Gold zählt nun schon zu den Umschulungserfahrenen. Seine Aussage wird bestimmt in den Folgekursen Beachtung finden. Wir werden die Diskussion zu dieser Thematik hier im Blog allein schon deshalb weiterführen, weil damit Teilnehmer (aktive, zukünftige und ehemalige) ihre Empfindungen so äußern können, dass sie auch von unseren Trainern beachtet werden können. Neben unseren Fachgruppenberatungen wird damit der Blog zu einem nützlichen Instrumentarium für die erfolgreiche Arbeit.

    Ich freue mich bereits jetzt auf weitere viele Meinungsäußerungen zu den nächsten Blogbeiträgen. :-)

    Beste Wünsche für das lange freie Wochenende von

    Helga Hilke

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